März 2026: Ostfriedhof und Stötteritzer Wäldchen
Am Vortag des Internationalen Frauentages treffen sich 28 quicklebendige Naturbegeisterte am Leipziger Ostfriedhof. Die Stimmung ist bestens, genauso wie das Wetter. Noch bevor es richtig losgeht, erfreuen sich einige von uns an einer Großen Holzbiene. Sie wirkt etwas unterkühlt, also setzen wir sie an einem sonnigen Plätzchen ab. Es werden noch ein paar Ferngläser ausgeteilt, so dass niemand “Naked Birding” (Vogelbeobachtung ganz ohne Hilfsmittel) betreiben muss, sofern das nicht explizit erwünscht ist.
Unsere Runde auf dem Ostfriedhof startet mit echten Highlights: auf einer wunderschönen, mit Krokussen (Nein, es muss "Kroken" heißen!) und Schneeglöckchen bedeckten Frühlingswiese sonnt sich eine Rotdrossel und erlaubt uns die Aufnahme der besten Portraitfotos, die je von ihr gemacht wurden.

Doch damit nicht genug: Auch zwei Buchfinkenmännchen scheinen von Frühlingsgefühlen gepackt. Ist das Balzverhalten? Ist das ein Revierkampf? Oder spielen die beiden einfach nur miteinander? Wir wissen es nicht, aber es hat verdammt Spaß gemacht, ihnen dabei zuzuschauen.


Auf unseren Treffen findet natürlich stets auch persönlicher Austausch statt: So stellen mehrere Birder*innen fest, dass es mitunter gar nicht so leicht ist, ein für sie passendes Fernglas zu finden, wenn der eigene Körper, z.B. der Augenabstand, ein wenig von der Norm abweicht. Wie schön wäre es doch, wenn für alle Körper die passende Birdingausrüstung zur Verfügung stünde und nicht nur für 1.80 m große Männer mit vermeintlich normalen Proportionen?
Weiter geht es und wir machen Halt an einem Baum mit einer Spechthöhle, die in diesem Frühjahr von einer Blaumeise bewohnt wird. Wir können sie dabei beobachten, wie sie ganz emsig die zukünftige Bruthöhle auf Hochglanz bringt: immer wieder verlässt sie die Höhle mit vollem Schnabel, entsorgt den Unrat und kehrt anschließend mit leerem Schnabel wieder in die Höhle zurück. Ein schönes Schauspiel!

Auf unserem Weg über den Friedhof biegen wir ab, auf einmal meint jemand: “Hier riecht es nach Fuchs, riecht ihr das auch?”. Andere sind irritiert von den Jagdhundfähigkeiten der Person und riechen gar nichts. Wenig später ist das Klopfen eines Buntspechtes zu vernehmen. Allerdings klingt es eher so, als würde dieser gegen eine Blechtonne hämmern, als gegen einen Baum. Was ist da los? Tatsächlich muss der Buntspecht auf dem Dach der Trauerhalle gesessen und gegen den Metallfuß des dort angebrachten Holzkreuzes gehämmert haben. Welch gottloser Specht.


Die Gruppe verkleinert sich ein wenig, die meisten Vogelbegeisterten wagen sich aber noch ins Stötteritzer Wäldchen. Eine Singdrossel singt uns von einem Ast herab ein wunderbares Ständchen. Wir beobachten sie, lauschen andächtig und versuchen uns an ihr satt zu sehen. Das gelingt natürlich nicht 🙂

Im weiteren Verlauf bekommen wir sowohl Sommer- als auch Wintergoldhähnchen zu sehen. Wir fragen uns, was es mit deren Namen auf sich hat. Eine kurze Recherche ergibt: Die Sommergoldhähnchen sind zumeist nur zur Brutzeit in Mitteleuropa anzutreffen, wohingegen das Wintergoldhähnchen ein Standvogel ist. Das erklärt die Namensgebung. Aber auch die englischen Namen Goldcrest (Wintergoldhähnchen) und Firecrest (Sommergoldhähnchen) sind hilfreich, welche auf die eher gelbe oder eher orange Kopfbedeckung der Vögel abzielen.

Nach über 4h Birding und 32 gesichteten Arten übertreffen wir unseren letzten Besuch von Ostfriedhof und Stötteritzer Wäldchen um zwei Arten, wobei wir mit einem beobachteten Hybriden natürlich in einen Graubereich kommen 🤓
Und das, obwohl wir dieses Mal im März statt April hier sind. Was will man mehr?
Artenliste
- 4
- 14
- 10
- 4
- 8
- 6
- 5
- 1
- Großmöwe, unbestimmt 3
- 1
- 8
- 3
- 1
- 3
- 3
- 3
- 3
- 1
- 2
- 3
- 1
- 1
- 3
- 2
- 1
- (Hybrid Rabenkrähe) 1
- 1
- 1
- 3
- 1
- 15
- 1































