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Ein Bericht von Marianne Fechner und Mai Anne Nguyen

Februar 2026: Cospudener See, Waldsee Lauer und Auwald

Samstag, 7. Februar 2026
Cospudener See
Waldsee Lauer
Auwald

Der 7. Februar ist ein ziemlich nass-grauer Wintertag. Es gibt nicht so sehr viele Dinge, für die man da gerne das Haus verlässt. Aber auf den Birding-Treff freuen wir uns den ganzen Monat und so treffen sich um 15 Uhr 34 gut gelaunte und warm eingepackte Birder*innen.

Auf dem Cospudener See erwarten uns einige Wasservögel
© Christina KullmannAuf dem Cospudener See erwarten uns einige Wasservögel

Gemeinsam laufen wir zum Ufer des Cospudener Sees, auf dem wir einige Enten und Möwen entdecken. Für einen Moment kämpft sich die Sonne durch die dicke Wolkendecke und lässt eine märchenhafte Atmosphäre entstehen.

Die Sonne erweist uns für ein paar Minuten die Ehre
© Yvonne HelalDie Sonne erweist uns für ein paar Minuten die Ehre

Wir bleiben eine ganze Weile am Ufer, packen Ferngläser und Spektive aus, betrachten in aller Ruhe die Wasservögel und üben uns im Unterscheiden der verschiedenen Entenarten.

Eindeutig identifiziert: Die Reiherente
© Igor KimEindeutig identifiziert: Die Reiherente
Ein Blässhuhn frisst Wasserpflanzen, nach denen es zuvor getaucht hat
© Igor KimEin Blässhuhn frisst Wasserpflanzen, nach denen es zuvor getaucht hat

Bevor wir alle zu Eiszapfen werden, gehen wir los in Richtung Auwald. Die Sonne ist inzwischen nicht mehr zu sehen, dafür begleitet uns jetzt Nebel und sorgt für eine mystisch-unheimliche Stimmung. Die Vögel haben sich anscheinend gemütliche Plätze gesucht, an denen sie einen ruhigen Samstagnachmittag verbringen, denn bis auf ein munteres Wintergoldhähnchen sehen und hören wir nicht viel aus der Vogelwelt.

Spooky Stimmung am Waldsee Lauer
© Yvonne HelalSpooky Stimmung am Waldsee Lauer
Der See ist vollständig zugefroren
© Mai Anne NguyenDer See ist vollständig zugefroren

Wir kommen am Eingang zum Auwald an und mittlerweile ist es dunkel geworden. Es gibt einen besonderen Grund, warum wir uns am heutigen Tag erst so spät getroffen haben, und so packen die noch verbliebenen Birder*innen ihre Stirnlampen und Taschenlampen aus: Wir wollen in den Wald gehen, um hoffentlich einen rufenden Waldkauz zu erleben.

Die Stimmung ist gut und wir sind auch ein bisschen aufgeregt. Natürlich bleiben wir auf den Wegen und verhalten uns sowieso leise und rücksichtsvoll, um die Bewohnenden des Waldes nicht zu stören oder zu erschrecken. Immer wieder bleiben wir stehen und lauschen für ein paar Minuten, ob ein Käuzchen nicht rufen möge. Doch wir haben erst einmal kein Glück. Eine Teilnehmerin hat ein Nachtsichtgerät mitgebracht, durch das viele von uns neugierig und interessiert schauen (was im Nachgang zu mindestens einer neuen Geräteanschaffung führt 😃). Auch so ist es spannend, durch den nicht vollständig dunklen Wald zu laufen – es ist zwar schon ziemlich finster, aber wir können überraschend viel von uns und unserer Umgebung sehen. Zu hören gibt es aber nicht viel – außer unseren im Schnee knirschenden Schuhen, was uns vergleichsweise laut erscheint. Wir lauschen so konzentriert, dass wir uns fast erschrecken, als in einiger Entfernung ein Tier ruft, wahrscheinlich eine Katze. Außerdem fliegt ein kleiner Trupp von Gänsen in der Dunkelheit über uns hinweg, den wir vom Ruf her als Blässgänse zu identifizieren glauben.

Birder*innen auf Waldkauz-Mission
© Hanna StangeBirder*innen auf Waldkauz-Mission

Wir sind schon eine ganze Weile im dunklen und verschneiten Auwald unterwegs, als wir in der Ferne auf leise Geräusche aufmerksam werden. Wir konzentrieren uns ganz auf die Laute und als sie sich schließlich wiederholen, ist es ein wahrer Gänsehaut-Moment: endlich, ein rufender Waldkauz! Wir stehen ganz still, aber sind hellauf begeistert. Und es kommt noch besser – kurz darauf antwortet ein zweites Tier aus einer anderen Richtung! Wir sind völlig aus dem Häuschen und hören gespannt zu. Es ist eine große Freude, an Hand der Geräusche nachzuverfolgen, wie sich die beiden Käuzchen im Wald bewegen und den Standort wechseln. Wir laufen ganz beseelt weiter, allmählich in Richtung unseres Endpunktes des heutigen Treffens, und halten immer wieder an, um nach den Eulenrufen zu horchen. Und dabei stellen wir fest, dass wir uns den Käuzen allmählich zu nähern scheinen, was uns noch aufgeregter macht, wenn das denn überhaupt möglich ist. Und schließlich stehen wir mitten im Auwald, kurz vorm Rundenende, und können die leicht unheimlichen, aber so wohlklingenden Rufe beider Käuze aus kurzer Distanz genießen und uns diesen Moment einprägen. Ein wahrhaft krönender Abschluss, den wir natürlich unseren bereits neugierig nachfragenden Mit-Birder*innen in unserer WhatsApp-Gruppe schnell berichten müssen. Unser Durchhaltevermögen an diesem kalten Februartag hat sich ausgezahlt und wir sind reich belohnt worden!

Wir lauschen konzentriert...
© Mai Anne NguyenWir lauschen konzentriert...
...und hören die Waldkäuze!
© Mai Anne Nguyen...und hören die Waldkäuze!

Artenliste

  1. Eisvogel (Alcedo atthis)
    1
  2. Nilgans (Alopochen aegyptiacus)
    1
  3. Blässhuhn (Fulica atra)
    50
  4. Reiherente (Aythya fuligula)
    4
  5. Schellente (Bucephala clangula)
    2
  6. Haubentaucher (Podiceps cristatus)
    7
  7. Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
    1
  8. Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus)
    6
  9. Stockente (Anas platyrhynchos)
    10
  10. Kolkrabe (Corvus corax)
    1
  11. Stieglitz (Carduelis carduelis)
    8
  12. Rabenkrähe (Corvus corone)
    10
  13. Kormoran (Phalacrocorax carbo)
    2
  14. Ringeltaube (Columba palumbus)
    8
  15. Möwe, unbestimmt 1
  16. Tafelente (Aythya ferina)
    3
  17. Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)
    2
  18. Schnatterente (Mareca strepera)
    6
  19. Krickente (Anas crecca)
    1
  20. Höckerschwan (Cygnus olor)
    1
  21. Buntspecht (Dendrocopos major)
    1
  22. Blaumeise (Cyanistes caeruleus)
    1
  23. Kohlmeise (Parus major)
    3
  24. Kleiber (Sitta europaea)
    1
  25. Amsel (Turdus merula)
    5
  26. Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
    2
  27. Grünfink (Chloris chloris)
    2
  28. Blässgans (Anser albifrons)
    3
  29. Waldkauz (Strix aluco)
    2
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